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Reisebericht einer deutschen Austauschschülerin in der gefährlichsten Stadt Argentiniens

28.01.07 21:25

Busbahnhof San Luis

Lisa steht mit gepackten Koffern, der Gastschwester und einer Hosentasche voll Erwartungen am Busbahnhof und wartet ungeduldig auf den Bus nach Buenos Aires, die Stadt von der sie schon viele tolle, aber auch abenteuerliche Geschichten gehört hat. Den Berichten zufolge verschwinden jährlich ca. 3000 Menschen in der Hauptstadt Argentiniens. Was das wohl bedeuten soll.... ?
Lisa wusste nicht was sie von all den gespenstischen Erzählungen halten soll, beschloss aber vorsichtig zu sein, und kein Risiko einzugehen.
Nach 12 Stunden in einem der unbequemsten Busse, den Lisa je in ihrem noch kurzem Leben benutzt hat, steigt sie aus, und wird sofort von der Tante ihrer Gastmutter empfangen und umarmt.
“Wie war die Fahrt?, Haben die euch gut zu essen gegeben? Habt ihr Durst, Hunger, Müsst ihr mal aufs Klo?”
Nein, Lisa will schlafen. Sie hat nämlich in der Nacht bevor kein Auge zu bekommen.
Aus verschiedenen Gründen...
1.  Was erwartet mich in Buenos Aires? Ist wirklich so wunderschön wie alle sagen, oder ist es einfach nur riesig, gefährlich und dreckig? Warum soll Buenos Aires so ganz unterschiedlich zu den anderen Städten sein?
2.  Was machst du überhaupt in Argentinien? Womit hast du diese Reise, diese Chance, dieses unglaubliche Erlebnis verdient?

Und ich bin mittlerweile ganz sicher, dass ich das alles zu einem grossen Teil meinen Eltern zu verdanken habe. Am Anfang war mir das noch gar nicht so klar, aber umso länger ich hier bin, umso heller wird das Licht der Dankbarkeit, und es blinzelt mir jeden Tag ins Auge.
Und ganz ehrlich, an dieser Stelle will ich mal ein paar Dankesworte aussprechen.
Zuallererst, wie schon gesagt, vielen Dank an meine Mama, an meinen Papi, und auch an meinen Bruder.
Ich danke meiner Mama, denn sie hat mich zur welt gebracht, sie hat mich voller Liebe erzogen, und mich dort unterstützt, wo sie nur konnte.
Ein grosses Danke an meinen Papa, denn er hat mir gezeigt, was es bedeutet, vorwärts zu gehen, und für meine Träume zu gehen. “Lisa, du darfst nicht stehen bleiben.” Das werde ich wohl nie vergessen.
Trotz schwieriger Zeiten, bin ich dankbar, euch meine Eltern zu nennen.
Meinem Bruder Sebastian möchte ich danken, weil er für mich immer eine Art Antrieb war. Er ist der ältere von uns beiden, und so hab ich ihn immer als Vorbild gesehen, oder eher als Massstab. Wenn er das kann, dann kann ich das auch, und so wollte ich besser sein, als er. Ob ich es jemals war, weiss ich nicht, glaub ich nicht. Jeder ist so, wie er ist und ich bin froh, dass ihr so seid, wie ihr seid.
Ich liebe euch
Aber auch an einige Freunde möchte ich ein Dankeschön aussprechen. Ich habe mir vor der Reise so viele Gedanken gemacht, ob es das richtige ist, dass ich für ein jahr ins Ausland gehe, ob ich die ganze Zeit überstehen kann. Sie, Anni - Romy – Anne – Dagmar – Suse – Steffi – Franzi – Janine – Axel – Vanessa – Marcus – Anika – Jan – Sandra – Franz – David – Lilli – Anje und viele andere, die ich jetzt vergesse, haben mir ganz klar gemacht, dass ich diese Chance nicht einfach so gehen lassen kann, und dass sie stolz auf mich sind. Ich bin froh, euch als Freunde und Unterstützung zu haben,
An alle vom Theater Stolperdraht sende ich ein riesiges Danke. Ich weiss gar nicht, wie ich euch jemals als das zurück geben kann, was für mich getan habt und was ihr mir beigebracht habt. Danke für die vielen Stunden, die ich mit euch verbringen durfte.
Danke auch an Julius, der mittlerweile ein sehr guter Freund und Leidensgenosse für mich geworden ist. Wenn keiner zum Reden da war, dann war er es, der sich meine Geschichten und Probleme angehört hat.
Manchmal fand ich es blöd, unnütz einen zweiten deutschen in der Nähe zu haben. Aber ich hätte wohl viele Dinge nicht allein geschafft. Danke dafür.

Aber zurück zum Bericht.
Um halb 10 kommt Lisa also halbfrisch in Buenos Aires an, wird herzlich aufgenommen und in eine Menschenmasse gezogen. Im Bus waren es nämlich ungefähr 40 Leute, im Busbahnhof ca. 40 000.
Aus Getümmel entflohen, setzen wir uns in ein Taxi. Meine “neue” Tante erklärt uns gleich, welche Taxis gut sind, und woran man sie erkennt. Es ist wichtig, das zu wissen. Schliesslich verschwinden extrem viele Menschen. Mir wird auch bald darauf klar warum. Buenos Aires und Uruguay trennt nur ein Fluss. Man schmeisst dich einfach in ein Boot, verschifft dich, und raus bist du aus dem Land. Wenn deine Familie anfängt dich zu suchen, dann bist du 90%ig schon nicht mehr am Leben, denn illegale, unfreiwillige Organspenden sind der Hauptgrund für die Entführungen.
Von lauter Schauergeschichten ganz unruhig, beschliesse ich, alles so zu befolgen, wie es mir gesagt wird.
Nach halbstündiger Autofahrt kommen wir also am Gebäude an, in dem Tante Chana und Onkel Rudolfo wohnen. Ein Haus mit 21 Stockwerken. Bevor man überhaupt das Gelände betreten kann, muss man erstmal an 5 bewaffneten Securities vorbei. Danach betritt man das luxoriöse Foyer, das absolut staubfrei ist. Und übrigens: Wir hatten eine Aussentemperatur von ca. 39° C, glücklicherweiser war das Gebäude vollklimatisiert
Nunja, die beiden wohnen in der 6. Etage. Das bedeutet Fahrstuhlfahren. Herrlich, es gibt keine Treppen. Aber alle, die mich kennen wissen, dass ich mich etwas unwohl in Aufzügen fühle, aber ich darf keine Angst zeigen, und muss da einfach durch. Zu meinem Erstaunen habe ich überhaupt nicht gemerkt, dass der Aufzug sich bewegt hat. Schwupps, waren wir oben.
Wir haben dann erstmal die Wohnung kennen gelernt, hat ein Wohnzimmer, 3 Bäder, eine Küche, 1 Gästezimmer, ein Schlafzimmer, ein Arbeitszimmer und einen Balkon. Insgesamt eine wunderschöne kleine Wohnung. Zum Gebäude gehört ein klimatisierter Swimmingpool, den alle bezahlenden Bewohner des Hauses benutzen dürfen, aber auch Gäste, so wie ich
Und im obersten Stockwerk gibt es noch einen Whirlpool, und ein Fitnessstudio.
Das ist schon nicht schlecht, da zu wohnen. Luxus pur.
Aber ich weiss nicht, ob ich das mein Leben lang brauche.
Nachmittags haben wir dann den historischen Stadtteil der Stadt kennen gelernt. Vom Obelisk, über das Regierungsgebäude bis hin zu irgendwelchen Statuen.
Das war schon ziemlich interessant.
Abends sind wir dann halbtot ins Bett gefallen, da wir nach dem vielen Laufen noch eine halbe Stunde in den Pool gehüpft sind.
Am nächsten beschlossen wir in den Tierpark zu gehen
Das ist doch was für kleine Mädchen...
Der Spass hat uns 12, 50 Peso und 4 Stunden gekostet. Ehrlich gesagt hab ich schon schönere Zoos gesehen, aber es war doch den Tag wert. Was gabs zu sehen? Von ganz gewöhnlichen Haustieren wie Kühen, Hasen und Ziegen über Meerestiere wie Seelöwen, Eisbären und Pinguine bis hin zu ganz exotischen Sachen wie Wallabys, Ameisenbären und Riesenschlangen.
Am Ende haben meine Gastschwester und ich uns noch eine Seelöwen-Show angeschaut, das war ganz niedlich gemacht, und es hat mir auch gefallen.
Nach den wie schon erwähnt 4 Stunden Laufen bei 39° C ohne Schatten in prallender Sonne haben wir uns entschlossen nach Hause zu laufen. Wir wollten einfach kein Geld mehr ausgeben. Unterwegs haben wir noch spontan ein Eis gegessen... bei McDonalds. Das schmeckt komplett anders als in Deutschland. Viel süsser, viel ekelhafter. Und überhaupt ist das Angebot ganz anders. Das nur soweit zu McDonalds. Irgendjemand wollte das mal wissen, da die ja angeblich in der ganzen Welt gleich schmecken. Dem ist nicht also nicht so.
Nachdem wir uns dann noch verlaufen haben, weil es mittlerweile auch schon stockdunkel war, haben wir doch noch die richtige Strasse gefunden und kamen voller Angstschweiss zu Hause an. Tante Ana war auch schon ganz nervös, aber es ist ja nichts passiert

Am Tag 3 sind wir dann ganz früh aufgestanden, so gegen 12.30
Dann gings zum Aufwachen erstmal in den Pool, vor dem Essen wurden wir von der Küchenmeisterin (Tante Ana) höchstpersönlich eingewiesen, wie man mit der Mikrowelle schnell und lecker kocht. Und immerhin kann ich jetz mit ihrer Mikrowelle umgehen, ob das mit der in Schwedt genauso klappt.. da bin ich mir noch nicht so sicher.
Nachmittags hab ich dann die teuersten Einkaufszentren in Buenos Aires kennen gelernt. Da gibt es einerseits die “Galería Pacifico”, das Shoppingcenter “Abasto” und zu guter letzt “Alto Palermo”.
Es gab zwischen den dreien nicht so viele Unterschiede, es war eins grösser und luxoriöser als das andere, es gab fast die gleichen Sachen zu kaufen und alles war einfach nur extrem teuer. Trotz allem hab ich mir ein neues Handtuch gekauft  hat nur 22, 90 gekostet, und das war das billigste, was ich jemals in ganz Argentinien gefunden habe. Und ausserdem ist es ziemlich gross, und kuschlig weich
Die Zeit verging mal wieder rasend schnell, und so sind wir dann auch bald wieder nach Haus gefahren.
Am Morgend des nächsten Tages sind wir nochmal schnell ins Zentrum, weil meine Gastschwester sich noch eine neue Jacke kaufen wollte. Um die zu suchen, haben wir uns für die Fussgängerzone Peatonal Florida entschieden. Peatonales sind Strassen in denen keine Autos langfahren. Dementsprechend gibt es umso mehr Menschen.
Was ich ganz beeindruckend fand, war, dass alle zehn Meter jemand Strassenkunst gezeigt hat. So gab es zB Tangotänzer, Bands, Maler, Breakdancer, Akrobaten.. etc.
Die Jacke haben wir dann auch relativ schnell gefunden, und dann mussten wir auch schon wieder unsere Taschen packen, denn abends sollte es für uns zurück nach San Luis gehen.
Diesmal hatten wir einen Bus mit Bett, und Vollpension! Das bedeutet warmes Abendbrot, Mitternachtssnack und Frühstück. Dazu Fernsehen, eine Bar, ein Bad und Klimaanlage. Das Bett war saubequem, ich hab die ganze Nacht durchgeschlafen, und bin auch frisch und munter ins San Luis angekommen.

Ach übrigens ich hab von Onkel Rudolfo ein Buch geschenkt bekommen: el lobo estepario (Der Steppenwolf) von Hermann Hesse. Mal gucken, wann ich das lese. Zurzeit lese ich ja immernoch Demian von Hermann Hesse. Das buch habe ich wiederum von meinem Gastvater geschenkt bekommen. Damit bin ich aber bald fertig, es hat mich einige Zeit an manchen Stellen gekostet zu verstehen, was Herr Hesse da gerade erzählt, aber ich glaube ich bin ganz gut voran gekommen.


Bevor wir nach Buenos Aires gefahren sind, war ich ein Wochenende mit meiner Gastfamilie in Mendoza. Ein Arbeitskollege des Bruders meines Gastvaters hat nämlich ein Haus, das er uns fürs Wochenende geliehen hat. Das gute an dem Haus ist, dass es einen Swimmingpool im Garten hat. Da waren wir dann den ganzen Tag drin, sonst hätte man die unerbitterliche Hitze nicht ausgehalten.
Der Bruder meines Gastvaters, und die Lebensgefährtin sind Fernsehreporter, und ich durfte mit ihnen an dem Wochenende mit auf Arbeit fahren. Wir sind also mit der kompletten Ausrüstung losgefahren, um Touristen zu suchen und ihnen ein paar Fragen zu stellen. Das war ganz lustig, auch wenn ich jetzt weiss, dass ich kein Reporter werden will

Danke fürs Ohr, eure Lisa :*
5.2.07 21:34
 


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bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Dagge (6.2.07 19:09)
Na du!

Ich werd richtig neidisch, wenn ich höre wie warm es gerade bei euch ist. Wir haben gerade Winterferien, auch wenn wir eher Temperaturen haben die mehr an Frühlingsanfang erinnern. Aber ich bin tortzdem froh, wenn wieder Sommer ist. naja in 7 Wochen haben wir dann wieder Ferien und dann sind es ja nur noch für Steffi und mich 3 Tage Schule. Viele liebe Grüße vom Theater und mir aus dem etwas kälteren Schwedt. Dagge


MaXe (11.2.07 21:35)
Hey kleene Lisa...
ich habe jetzt schon einige Monate im PCK hinter mir und es ist immer noch so geil wie ich es mir vorgestellt hatte nur wenn ich das höre was bei dir da ist dann hätte ich liber auch einen Spanischkurs besuchen sollen, dann wäre ich mitgekommen und hätte endlich mal originelle und originale Tangotänzer gesehen weist ja bin ja Tänzer vom Dienst...

Ich hoffe du kommst nach deienr Zeit in Argentinien wieder gut nachhause denn ich vermisse dich sehr und denke jeden morgen an dich wenn ich mit dme Bus zur arbeit fahre... hab dich lieb

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